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Der österreichische Schriftsteller Bernhard Aichner wird 1972 in Innsbruck geboren. Seine Kindheit verlebt Aichner in einem kleinen Dorf in Osttirol. Unaufgeregt. In dörflicher Enge. Ohne viele nennenswerte Highlights. Als ein solches bezeichnet er die fünf Jahre lang ausgeübte Tätigkeit als Ministrant im Dienst der Dorfkirche. Die sonntägliche Bühne des Pfarrers und damit einhergehende Aufmerksamkeit der Gemeinde faszinieren ihn. Und resultieren im zarten Alter von acht Jahren darin, dass Aichner Priester werden will. Diesen Plan verwirft seine Mutter schnell...

Für große Begeisterung wird auch der nächste Traumberuf im Elternhaus nicht sorgen. Als 14-jähriger erkennt und verspürt Bernhard Aichner erstmals, dass sein Glück im Beruf des Schriftstellers liegen wird. Das Schreiben, das Erschaffen seiner Welten, Charaktere und Geschichten, soll und wird es ihm ermöglichen, sich aus der Enge des Landlebens zu befreien. Wenn er dann mal groß und erwachsen ist. 

„Rückblickend war das damals ein durchaus größenwahnsinniger Plan.  In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, war es wesentlich wahrscheinlicher, Astronaut zu werden, als Schrtiftsteller."

„Mit 15 war ich ein großer Fan von Silvester Stallone, Rocky Balboa war ein echter Held für mich. Ich war inspiriert von dieser  Underdog-Geschichte, von diesem Kerl, der sich von ganz unten nach oben kämpft. Durch ihn habe ich mir meinen persönlichen Traum vom Schriftsteller-Dasein gezimmert. Unaufhörlich daran geglaubt und darum gekämpft.“ 

Mit 17 bricht Aichner das Gymnasium in der Bezirkshauptstadt Lienz und gleichzeitig seine Zelte im Heimatdorf ab. Innsbruck wird jetzt seine Wahlheimat. Er schlägt sich zunächst als Kellner durch und arbeitet, genauso wie der Held im neuen Thriller 'Bösland',  einige Jahre als Fotolaborant.

Aichner holt nebenbei in der Abendschule das Abitur nach und beginnt ein Germanistik-Studium an der Universität Innsbruck. Bis zum Abschluss arbeitet er parallel als Pressefotograf für eine der größten Tageszeitungen Österreichs. Dann gründet er sein eigenes Atelier für Werbefotografie. Aichner und seine Frau, ebenfalls Fotografin, entwickeln ihr Atelier (www.fotowerk-aichner.at) in den folgenden zehn Jahren zu einer der ersten Adressen für Fotografie in Westösterreich.

Abends und in den Nachtstunden arbeitet er parallel zur Fotografie hart am Vorankommen in seinem zweiten Beruf. Er schreibt. Und schreibt. Weil er das immer schon getan hat. Bereits im im Teenager-Alter versucht er sich an ersten Liebesgedichten, kleinen Erzählungen, kürzeren Formen. Er probiert sich aus, sucht und findet Jahre später seine ganz persönliche Sprache und Tonalität – den für Bernhard Aichner typischen, temporeichen und kurzatmigen Signature-Sound. Geprägt ist dieser auch durch seinen Beruf als Fotograf, ¬durch das schnelle Erfassen von Szenen und Situationen, das genaue Hinsehen, den fotografischen Blick.

„Ich wollte immer Bücher schreiben, die wie Filme sind. Aneinanderreihungen von Fotografien, denen ich Leben einhauche. Bild für Bild erwecke ich mit meiner Sprache die Dinge zum Leben.“

Der erste Erzählband erscheint zur Jahrtausendwende. Sechs weitere Bücher folgen. Sie verkaufen sich mäßig. Im Jahr 2014 gelingt ihm dann mit Totenfrau, dem ersten Teil der Trilogie rund um die mordende Bestatterin Brünhilde Blum, der internationale Durchbruch. Die Rachegeschichte der Iiebenden Mutter und Ehefrau ist der Überraschungserfolg des Jahres. Im deutschsprachigen Raum verkaufen sich knapp 400.000 Exemplare der Trilogie, Aichner katapultiert sich an die Spitze der Bestsellerlisten. Und auch international reüssiert er: Die Totenfrau-Trilogie wird in 16 Länder verkauft. Unter anderem auch in die USA, eine Fernserie ist in Vorbereitung. 

Bernhard Aichner wurde mit mehreren Stipendien und Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Neben seinen Romanen schreibt Aichner auch Hörspiele und Theaterstücke. Zwei seiner Stücke wurden 2018 erfolgreich uraufgeführt. 'Luzifer'bei den Sommerspielen Melk, und 'Totenfrau'am Tiroler Landestheater. 

 „Bis hierhin war es ein langer steiniger Weg. Ich habe sieben Bücher geschrieben, bis es endlich "BUMM" gemacht hat. Es brauchte viel Konsequenz, Beharrlichkeit und Glück dazu.“ 

Neben seiner Autorentätigkeit beschäftigt sich Bernhard Aichner seit Jahren auch mit Kalligraphie. Seine Romane schreibt er in der Erstfassung immer mit der Hand, wodurch er die Liebe zur Handschrift entdeckt hat. Schrift rückt ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeiten. Er schreibt Lyrik auf Leinwand. Er malt Akte, schreibt Szenen, färbt sie ein und übermalt sie. Dabei lässt Aichner den Betrachter im Rausch aus Schrift und Farbe zurück.

„Da ist so viel Lust und Liebe in mir, Dinge auszuprobieren. Meine Frau sagt, meine größte Stärke sei es, leidenschaftlich und laut zu träumen. Und ich denke, sie hat wie immer Recht.“ 

Bernhard Aichner lebt mit Frau und Kindern, Hund und Katze in Innsbruck in Tirol. 

 

Bernhard Aichner im Interview

Bernhard Aichner spricht über seinen neuen Thriller, der am 1. Oktober 2018 erscheint. Mit Bösland legt der preisgekrönte Autor nun seinen bisher persönlichsten Thriller vor.

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